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Wels: alles über den europäischen wels und seine lebensweise

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Europäischen Welses, des größten reinen Süßwasserfisches Europas. Dieser beeindruckende Raubfisch begeistert nicht nur Angler, sondern spielt auch eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht unserer Gewässer. Entdecken Sie seine einzigartigen Merkmale und sein spannendes Verhalten.

Einführung in den Europäischen Wels

Der Europäische Wels (Silurus glanis) gehört zur Familie der Echten Welse (Siluridae) und ist ein faszinierender Bewohner europäischer Gewässer. Als nacht- und dämmerungsaktiver Jäger nimmt er eine besondere Position in der aquatischen Nahrungskette ein. Seine Anpassungsfähigkeit in der Ernährung, die von Fischen über Wirbellose bis hin zu kleinen Wasservögeln reicht, macht ihn zu einem erfolgreichen Spitzenprädator.

Merkmale des Europäischen Welses

Der Europäische Wels zeichnet sich durch charakteristische Merkmale aus:

  • Stämmiger, langgestreckter Körperbau mit großem, breitem Kopf
  • Glatte, schuppenlose und schleimige Haut
  • 72-74 Rippen und vollständig entwickelte Seitenlinie mit 70-75 Kanälchen
  • Sechs Barteln am Kopf – zwei lange am Oberkiefer, vier kürzere am Kinn
  • Kleine, seitlich positionierte Augen und ausgeprägter Geruchssinn
  • Breites Maul mit vorragendem Unterkiefer und Bürstenzähnen

Verbreitung und Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Welses erstreckt sich über:

  • Elbe und Doubs in Ostfrankreich
  • Südschweden
  • Ost- und Südosteuropa
  • Aralbecken bis Afghanistan
  • Rheinsystem bis zur Ill-Mündung bei Straßburg

In seinem Lebensraum bevorzugt der Wels:

  • Große, stehende oder langsam fließende Gewässer
  • Wassertiefen bis zu 30 Meter
  • Strukturreiche Bereiche mit Unterwasserhöhlen
  • Überhängende Ufer und Wasserpflanzen
  • Brackwasserbereiche mit maximal 15 Promille Salzgehalt

Lebensweise des Europäischen Welses

Der Europäische Wels zeigt eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit an verschiedene Umweltbedingungen. Sein Aktivitätsmuster ist stark von der Tageszeit abhängig, wobei er hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiv ist. Bei optimalen Wassertemperaturen von 25-27°C entfaltet er seine größte Aktivität, kann aber auch kühlere Bedingungen gut tolerieren.

Ernährung und Jagdverhalten

Als effektiver Jäger nutzt der Wels verschiedene Sinnesorgane und Jagdtechniken:

  • Hochempfindliche Barteln zur Wahrnehmung von Bewegungen
  • Ausgeprägtes Seitenlinienorgan für die Ortung elektrischer Felder
  • Kombinierte Jagdstrategien aus Lauern und aktivem Verfolgen
  • Blitzschnelle Angriffe auf Beutetiere
  • Verschlingen der Beute im Ganzen

Fortpflanzung und Lebenszyklus

Phase Merkmale
Laichzeit Mai bis Juli bei Wassertemperaturen über 18-20°C
Eiablage 30.000-300.000 Eier pro Weibchen
Brutpflege 2-3 Tage durch das Männchen
Jungfischentwicklung 20-30 cm im ersten Jahr möglich
Lebenserwartung Über 50 Jahre

Wels Angeln: Tipps und Techniken


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Das Angeln auf den Europäischen Wels erfordert eine spezielle Ausrüstung und Technik, da es sich um einen der größten Süßwasserfische Europas handelt. Die Jagd auf diesen imposanten Räuber bietet Sportfischern ein besonderes Erlebnis, das sowohl Geduld als auch fundierte Sachkenntnis verlangt.

Bei der Welsangelei haben sich verschiedene Methoden etabliert, die je nach Gewässer und Jahreszeit unterschiedlich erfolgreich sein können. Besonders effektiv sind nächtliche Ansitze, da der Wels vorwiegend in der Dämmerung und nachts auf Beutezug geht. Die traditionellen Techniken haben sich über Jahrhunderte weiterentwickelt – von einfachen Berührungsnetzen bis hin zu modernen elektronischen Bissanzeigern.

Ausrüstung und Köder

  • Ruten – 2,70 bis 3,30 Meter lang mit hoher Belastbarkeit
  • Stabile Stationärrolle mit geflochtener Schnur (mindestens 20 kg Tragkraft)
  • Robuste Handangeln mit Tragkräften ab 50 kg
  • Stabiler Kescher und große Abhakmatte
  • Kräftige Handschuhe für sicheres Handling

Als Köder haben sich bewährt:

  • Köderfische (Rotaugen, Brassen, Karpfen)
  • Tauwurmbündel an mehreren Haken
  • Abspannen-Montage für Grundnähe
  • U-Posen-Montage für mittlere Wassertiefen
  • Bojen-Montage für Oberflächenangelei

Beste Angelplätze für Wels

Gewässertyp Erfolgversprechende Stellen
Flüsse Tiefe Gumpen, Außenkurven, Einmündungen von Nebenflüssen
Seen Tiefe Löcher, Kanten, versunkene Baumstümpfe
Laichzeit (Mai-Juli) Flache Uferbereiche mit dichter Vegetation
Spätsommer/Herbst Tiefere Bereiche mit Strömungswechsel, Muschelfelder

Bedeutung des Welses in der Ökologie

Der Europäische Wels nimmt als größter heimischer Süßwasserfisch eine zentrale Position in europäischen Binnengewässern ein. Seine ökologische Bedeutung reicht weit über seine Rolle als Spitzenprädator hinaus. In der osteuropäischen Kultur hat der Wels durch seine imposante Erscheinung Eingang in zahlreiche Sagen und Legenden gefunden.

Rolle im Ökosystem

  • Regulierung der Populationsdynamik anderer Fischarten
  • Natürlicher Gesundheitspolizist durch Entfernung kranker Individuen
  • Beeinflussung der räumlichen Verteilung kleinerer Fischarten
  • Durchmischung der Sedimente in nährstoffreichen Gewässern
  • Schaffung von Nahrungsgrundlagen für andere Organismen
  • Unterstützung des Nährstoffkreislaufs im Gewässer

Bedrohungen und Schutzmaßnahmen

Der Europäische Wels sieht sich trotz seiner Anpassungsfähigkeit mehreren gravierenden Bedrohungen ausgesetzt:

  • Gewässerverbauung und Flussregulierungen – zerstören wichtige Laichgebiete in flachen Uferzonen
  • Wasserkraftwerke und Wehre – fragmentieren Lebensräume und behindern Wanderbewegungen
  • Wasserverschmutzung – durch Industrieabwässer und landwirtschaftliche Einträge
  • Intensive Befischung – besonders kritisch bei der Entnahme großer, fortpflanzungsfähiger Exemplare
  • Verlust natürlicher Uferstrukturen – reduziert geeignete Laich- und Rückzugsgebiete

Zum Schutz dieser beeindruckenden Fischart wurden verschiedene Maßnahmen etabliert:

Schutzmaßnahme Wirkung
Mindestmaße und Fangbegrenzungen Schutz der Populationsgröße und -struktur
Schonzeiten Sicherung der erfolgreichen Fortpflanzung
Schutzzonen Erhaltung wertvoller Habitate
Renaturierungsprojekte Wiederherstellung natürlicher Unterschlupf- und Laichplätze
Fischaufstiegsanlagen Verbesserung der Gewässerdurchgängigkeit

Die Kombination dieser Schutzmaßnahmen mit verstärkter öffentlicher Bildungsarbeit ist essentiell für die langfristige Erhaltung gesunder Welspopulationen in europäischen Gewässern.