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Legehennen: alles, was sie über die haltung und pflege wissen müssen

Die artgerechte Haltung von Legehennen gewinnt in der modernen Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Entdecken Sie die verschiedenen Haltungsformen und erfahren Sie, wie diese das Wohlbefinden der Tiere und die Qualität der Eierproduktion beeinflussen.

Einführung in die Legehennenhaltung

Die Legehennenhaltung bildet das Fundament der kommerziellen Eierproduktion und unterliegt in Deutschland strengen Regularien durch die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Der Wandel von der traditionellen Käfighaltung zu tierfreundlicheren Alternativen spiegelt das wachsende Bewusstsein für artgerechte Tierhaltung wider.

Moderne Haltungssysteme berücksichtigen sowohl wirtschaftliche Aspekte als auch das Tierwohl. Ein nachhaltiger Ansatz zeigt sich auch in der Reststoffverwertung, bei der Hühnerkot durch Kompostierung zu wertvollen Düngemitteln verarbeitet wird.

Was sind Legehennen?

Legehennen sind speziell gezüchtete Hühner mit bemerkenswerten Legeleistungen von bis zu 300 Eiern pro Jahr. Im Gegensatz zu Masthühnern liegt ihr Fokus ausschließlich auf der Eierproduktion.

  • Produktive Legephase – 12 bis 14 Monate
  • Anpassungsfähigkeit an verschiedene Haltungssysteme
  • Spezielles Training für jeweilige Haltungsformen
  • Haltung in unterschiedlichen Gruppengrößen möglich
  • Optimierte genetische Veranlagung für Eierproduktion

Geschichte der Legehennenhaltung

Die Evolution der Legehennenhaltung zeigt einen bemerkenswerten Wandel von traditioneller Hofhaltung bis zur modernen Produktion. Die wichtigsten Entwicklungsphasen umfassen:

  • Traditionelle Kleinbetriebe mit Freilaufhaltung
  • Industrialisierung und Einführung der Käfighaltung (1950er/60er)
  • Aufkommen der Tierschutzbewegung (1970er)
  • EU-weites Verbot konventioneller Käfighaltung (2012)
  • Etablierung alternativer Haltungsformen

Haltungsformen für Legehennen

Die verschiedenen Haltungssysteme unterscheiden sich deutlich in Bezug auf Tierwohl und Lebensbedingungen. Verbraucher können anhand der Eierkennzeichnung die Haltungsform erkennen:

Kennzeichnung Haltungsform Besonderheiten
0 Bio-Haltung Höchste Tierwohl-Standards
1 Freilandhaltung Zugang zu Außenbereich
2 Bodenhaltung Bewegungsfreiheit im Stall
3 Käfighaltung Nur noch ausgestaltete Käfige erlaubt

Bodenhaltung und ihre Vorteile

Die Bodenhaltung ist das meistgenutzte System in Deutschland und bietet den Hennen grundlegende Bewegungsfreiheit. Zwei Hauptvarianten haben sich etabliert:

  • Klassische Bodenhaltung – eingeschossig mit Kotkasten und Scharrraum
  • Volierenhaltung – mehrstöckig mit zusätzlichen Bewegungsflächen
  • Maximale Besatzdichte – 9 Tiere pro Quadratmeter
  • Ausgestattung mit Nestern und Sitzstangen
  • Optional: Wintergärten mit Außenklima-Zugang

Freilandhaltung: Mehr Freiheit für Hennen


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Die Freilandhaltung verbindet die Vorteile der Bodenhaltung mit zusätzlicher Bewegungsfreiheit im Außenbereich. Zentrale Merkmale sind:

  • Mindestens 4 m² Auslauffläche pro Henne
  • Überwiegend begrünte Außenbereiche
  • Natürliche Schutzmöglichkeiten durch Bäume und Unterstände
  • Möglichkeit zu artgerechtem Verhalten wie Scharren und Staubbaden
  • Regelmäßige Rotation der Weideflächen

Biohaltung: Nachhaltigkeit in der Eierproduktion

Die Biohaltung repräsentiert die höchste Stufe der Legehennenhaltung und übertrifft die Standards der Freilandhaltung in vielen Bereichen. Gemäß der EU-Öko-Verordnung gelten strenge Vorgaben, die sowohl das Tierwohl als auch ökologische Aspekte berücksichtigen.

  • Maximale Besatzdichte von 6 Hennen pro Quadratmeter Stallfläche
  • Mindestens 4 Quadratmeter Auslauffläche pro Henne
  • 95% der Futtermittel müssen aus ökologischem Anbau stammen
  • Verbot von gentechnisch veränderten Organismen
  • Keine Leistungsförderer oder synthetische Aminosäuren
  • Stark eingeschränkter Antibiotika-Einsatz
  • Regelmäßige Kontrollen durch unabhängige Stellen

Die Biohaltung zeichnet sich durch besondere Transparenz aus und wird regelmäßig von unabhängigen Kontrollstellen überprüft. Verbraucher erkennen Bio-Eier an der Kennzeichnung mit der Ziffer 0 sowie an den Logos der Bio-Verbände oder dem EU-Bio-Siegel. Diese Haltungsform trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Tiere bei, sondern fördert auch nachhaltige Landwirtschaftspraktiken und schont natürliche Ressourcen.

Pflege und Fütterung von Legehennen

Eine artgerechte Haltung und ausgewogene Ernährung sind fundamental für die Gesundheit und Produktivität von Legehennen. Besonders in der ökologischen Landwirtschaft werden höchste Standards gesetzt, die sich positiv auf die Eierqualität auswirken. Moderne Haltungssysteme berücksichtigen die spezifischen Bedürfnisse der Tiere, wie ausreichend Platz zum Scharren, Picken und Staubbaden.

Ernährungsbedürfnisse von Legehennen

  • Spezielles Legehennenfutter ab Beginn der Legeperiode
  • Hoher Kalziumgehalt für stabile Eierschalen
  • Tägliche Futterration: 120-130 Gramm pro Huhn
  • Permanenter Zugang zu frischem Wasser
  • Natürliche Futtersuche durch Scharrmaterial ermöglichen

Wichtige Pflegepraktiken

  • Tägliche Kontrolle der Futter- und Wasserstellen
  • Regelmäßige Reinigung und Desinfektion des Stalls
  • Sauberhaltung von Tränken und Futterbehältern
  • Kontrolle und Pflege des Nestmaterials
  • Durchführung notwendiger Impfungen
  • Regelmäßige Parasitenkontrolle
  • Dokumentation der Gesundheitsvorsorge

Die Bedeutung der Mauser

Die Mauser ist ein natürlicher physiologischer Prozess, bei dem Legehennen ihr Federkleid erneuern. Dieser Vorgang spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und Produktivität der Tiere. Während der 8- bis 12-wöchigen Mauserphase werden alte Federn durch neue ersetzt, wobei die Eierproduktion deutlich zurückgeht oder vollständig pausiert.

Die Mauser bietet den Hennen eine wichtige Regenerationsphase und ermöglicht die Erneuerung des Fortpflanzungssystems. In der kommerziellen Legehennenhaltung wird der Prozess durch spezielle Fütterungsprogramme und Lichtmanagement unterstützt, um die Ausfallzeit zu minimieren und die Tiergesundheit zu fördern.

Zucht und Auswahl von Legehennen

Die moderne Legehennenzucht hat sich dramatisch von ihren Ursprüngen entfernt. Während wilde Bankivahühner nur etwa vier Gelege mit 5-10 Eiern pro Jahr produzierten, legen moderne Legehennen nahezu täglich Eier. Diese Entwicklung resultiert aus gezielter Zuchtarbeit, bei der Legehybriden für maximale Eierproduktion bei optimaler Futterverwertung entwickelt wurden.

Beliebte Legehennenrassen

  • Lohmann Brown – rotbraunes Gefieder, bis zu 320 Eier pro Jahr
  • Lohmann LSL – weißes Gefieder, hervorragende Schalenqualität
  • Traditionelle Rassen – Leghorn, Sussex-Huhn, Vorwerk-Huhn
  • Zweinutzungsrassen – Sulmtaler, Deutsches Reichshuhn

Zuchtmethoden und ihre Auswirkungen

Die Hybridzucht, basierend auf der Kreuzung verschiedener Reinzuchtlinien, nutzt den Heterosiseffekt für höhere Leistungsfähigkeit. Moderne Hennen erreichen dadurch eine Legeleistung von 300-330 Eiern jährlich.

Herausforderungen der Hochleistungszucht Auswirkungen
Knochengesundheit Erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche
Nutzungsdauer Kurze Produktivitätsphase (12-14 Monate)
Wirtschaftlichkeit Geringer Wert als Suppenhühner
Tierschutz Probleme beim Transport zum Schlachthof