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Hühner füttern: tipps für die richtige ernährung und futterwahl

Eine artgerechte Hühnerernährung ist der Schlüssel zu gesunden, vitalen Tieren und einer optimalen Eierproduktion. Erfahren Sie, welche Nährstoffe Ihre Hühner benötigen und wie Sie die richtige Futterwahl treffen.

Die Bedeutung der richtigen Ernährung für Hühner

Die Ernährung Ihrer Hühner ist ein entscheidender Faktor für ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Eine optimal abgestimmte Fütterung stellt sicher, dass die Tiere alle notwendigen Nährstoffe für Wachstum, Eierproduktion und allgemeines Wohlbefinden erhalten. Gesunde Hühner mit einer ausgewogenen Ernährung sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten und legen Eier mit stabileren Schalen.

Unausgewogene Ernährung kann hingegen zu diversen gesundheitlichen Problemen führen. Besonders während kritischer Phasen wie der Mauser benötigen Hühner spezifische Nährstoffe, um neue Federn auszubilden. Die richtige Futterwahl ist daher nicht nur für die Produktivität, sondern auch für die Lebensqualität Ihrer Hühner von großer Bedeutung.

Grundlagen der Hühnerernährung

  • Ganztägiger Zugang zu Futter ist essentiell
  • Frisches Wasser in gereinigten Stülptränken bereitstellen
  • Ausgewogene Balance aus Körnern, Grünfutter, Proteinen und Mineralstoffen
  • Wöchentliche Reinigung der Futterspender
  • Natürliches Scharr- und Pickverhalten ermöglichen

Wichtige Nährstoffe und deren Funktionen

Nährstoff Funktion
Proteine Muskelaufbau, Federbildung, Eierproduktion
Kohlenhydrate Energielieferant für tägliche Aktivitäten
Kalzium Eierschalenbildung, Knochengesundheit
Vitamine (A, D, E, B) Stoffwechselprozesse, Immunsystem
Spurenelemente Enzymfunktionen, Blutbildung

Futterbedarf und Futterwahl für Hühner

Die richtige Futterwahl variiert je nach Alter, Rasse und Haltungszweck der Tiere. Legehennen benötigen mehr Kalzium, während Jungtiere proteinreicheres Futter brauchen. Qualitativ hochwertiges Futter ist zwar anfänglich teurer, zahlt sich jedoch durch gesündere Tiere und bessere Legeleistung aus.

Täglicher Futterbedarf eines Huhns

  • Ausgewachsenes Huhn – 120-150 Gramm
  • Zwerghühner – 80-100 Gramm
  • Fleischrassen – bis zu 180 Gramm
  • Wasserbedarf – mindestens 250 ml täglich

Arten von Hühnerfutter und deren Vor- und Nachteile

Futterart Vorteile Nachteile
Pelletfutter Gleichmäßige Nährstoffverteilung, wenig Abfall Entspricht nicht natürlichem Pickverhalten
Körnerfutter Fördert artgerechtes Verhalten Risiko selektiver Nahrungsaufnahme
Mash Gute Nährstoffverteilung, preiswert Verstaubt und verklumpt leicht

Selbstgemachtes Hühnerfutter: Rezepte und Tipps

Ein ausgewogenes selbstgemachtes Hühnerfutter ermöglicht die vollständige Kontrolle über die Inhaltsstoffe und bietet eine wirtschaftliche Alternative zu Fertigprodukten. Die Grundmischung setzt sich wie folgt zusammen:

  • 50-60% Getreide (Weizen, Mais, Hafer)
  • 20-30% Proteinquellen (Sonnenblumenkerne, Erbsen, Leinsamen)
  • 10-15% Mineralstoffe und Vitamine
  • Für Legehennen: zusätzlich gemahlener Kalkstein oder Austernschalen

Bei der Herstellung können Sie einen Futtermischer verwenden oder kleinere Mengen von Hand mischen. Bewahren Sie die Mischung stets trocken und kühl auf. Ein praktischer Ansatz ist die Vorbereitung einer größeren Menge der Trockenmischung, die Sie täglich mit frischen Zutaten wie Gemüseabschnitten, Kräutern oder Obstschalen ergänzen.

Ergänzungen und Leckereien für Hühner

Als Allesfresser profitieren Hühner von vielfältigen Ergänzungen, die ihren natürlichen Fress- und Pickinstinkt unterstützen. Diese zusätzlichen Nahrungsquellen verbessern nicht nur die Gesundheit der Tiere, sondern können sich auch positiv auf die Eiqualität auswirken.

Geeignete Ergänzungen für eine ausgewogene Ernährung

Ergänzung Nutzen
Legemehl und Legekorn Optimale Nährstoffzusammensetzung für Eiproduktion
Muschelkalk/Austernschalen Kalziumquelle für stabile Eierschalen
Kieselgur/Diatomeenerde Verdauungsförderung und Parasitenschutz
Bierhefe B-Vitamine für Stresssituationen
Leinsamen Omega-3-Fettsäuren für Federqualität

Leckereien und deren richtige Verwendung

  • Vitaminreiches Frischfutter: geriebene Karotten, Zucchini, Gurken
  • Beeren: Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren
  • Äpfel: gerieben oder am Stück
  • Grünfutter: Kopfsalat, Feldsalat, Brennnesselblätter
  • Proteinreiche Snacks: Mehlwürmer, Tauwürmer

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Wichtig: Leckereien sollten maximal 10-20% der täglichen Futterration ausmachen. Im Winter bieten sich besonders Körnermischungen zum Scharren an, die zusätzliche Energie liefern und für Beschäftigung sorgen.

Hygienemaßnahmen bei der Fütterung

  • Futtertröge mindestens einmal wöchentlich mit klarem Wasser und sauberem Schwamm reinigen
  • Keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden
  • Futterstellen vor Witterung und Wildvögeln schützen
  • Futterspender mit kontrollierten Mengenabgaben bevorzugen
  • Wasserrationen täglich frisch anbieten
  • Tränken alle 2-3 Tage reinigen

Die vier Grundregeln der Hühnerfütterung:

  1. Kontinuierliche Futterverfügbarkeit zur freien Aufnahme
  2. Verwendung gut zu reinigender Futterspender
  3. Regelmäßige Reinigung der Fütterungseinrichtungen
  4. Bereitstellung von Wasser in hygienischen Stülptränken

Futter, das vermieden werden sollte

Eine artgerechte Ernährung bedeutet nicht nur die richtigen Futtermittel zu kennen, sondern auch schädliche Stoffe konsequent vom Speiseplan fernzuhalten. Nicht alle Küchenreste oder Gartenprodukte sind für Hühner geeignet, auch wenn viele Obst- und Gemüsesorten bedenkenlos verfüttert werden können.

Ungeeignete Lebensmittel für Hühner

Lebensmittel Grund der Unverträglichkeit
Avocados Enthalten giftiges Persin, verursacht Herz- und Atemprobleme
Zwiebeln und Knoblauch Schwefelverbindungen schädigen rote Blutkörperchen
Schokolade Toxisch für Hühner
Rohe Kartoffeln Enthalten giftige Substanzen
Zitrusfrüchte Können in großen Mengen Darmblutungen verursachen

Gesundheitsrisiken durch falsches Futter

Akute Vergiftungserscheinungen zeigen sich durch:

  • Plötzliche Lethargie
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Koordinationsprobleme
  • Neurologische Störungen

Langfristige Gesundheitsschäden können durch schimmeliges Futter (Mykotoxine), übermäßiges Protein oder falsche Mineralstoffversorgung entstehen. Besonders kritisch sind Futtermittel mit hoher Pufferkapazität, die den pH-Wert im Verdauungstrakt anheben und das Wachstum schädlicher Bakterien begünstigen können.