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Futterzichorie: Anbau, Pflege und Verwendung

Die Futterzichorie entwickelt sich zu einer immer bedeutenderen Kulturpflanze in der modernen Landwirtschaft. Mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten bietet sie Landwirten eine nachhaltige Option für die Futterproduktion. Entdecken Sie, wie Sie diese robuste Pflanze erfolgreich anbauen und optimal nutzen können.

Einführung in die Futterzichorie

Die Futterzichorie (Cichorium intybus) gehört zur Familie der Korbblütler und zur Gattung der Wegwarten. Ihre Ursprungsregionen erstrecken sich über Europa, Westasien und Nordwestafrika, wo sie seit Jahrhunderten kultiviert wird. Als robuste und ertragreiche Kulturpflanze hat sie sich in der modernen Landwirtschaft etabliert.

Was ist Futterzichorie?

Als winterharte, mehrjährige Kulturpflanze zeichnet sich die Futterzichorie durch folgende Eigenschaften aus:

  • diploide Pionierpflanze mit hoher Ausdauer und Robustheit
  • Bildung von Überdauerungsknospen für jährlichen Neuaustrieb
  • kräftiger Wuchs mit tiefreichenden Wurzeln
  • konstant hohe Erträge an Blattmasse
  • charakteristische blaue Blüten

Gesundheitsfördernde Eigenschaften der Futterzichorie

Die Futterzichorie enthält wertvolle Inhaltsstoffe, die sie zu einem besonderen Futtermittel machen:

  • Prebiotika – insbesondere Inulin und Inbitin
  • ballaststoffreiche Zusammensetzung
  • Förderung der Darmflora und Verdauungsgesundheit
  • Stärkung des Immunsystems
  • Verbesserung der Nährstoffaufnahme

Anbau der Futterzichorie

Der erfolgreiche Anbau von Futterzichorie erfordert bestimmte Grundvoraussetzungen. Diese robuste Kulturpflanze gedeiht am besten auf mittleren, humosen Gartenböden und kann durch ihre tiefreichenden Wurzeln Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten erschließen.

Optimale Bedingungen für den Anbau

Faktor Optimale Bedingungen
Standort sonnig
Bodenart mittelschwer, humos
pH-Wert 6,0-7,5
Klimazone gemäßigt bis kontinental

Aussaat und Pflege der Futterzichorie

Die wichtigsten Eckdaten für die Aussaat:

  • Aussaatzeit: April bis Mai oder August bis Anfang September
  • Bodentemperatur: mindestens 8°C
  • Saattiefe: 1-2 cm
  • Saatdichte: 3-5 kg/ha bei Reinsaat
  • regelmäßige Unkrautbekämpfung in der Anfangsphase
  • angemessene Bewässerung ohne Staunässe

Pflege der Futterzichorie

Ein durchdachtes Pflegekonzept ist entscheidend für die optimale Entwicklung und Ertragsleistung der Futterzichorie. Regelmäßige Kontrollen des Bestandes und gezielte Maßnahmen zur Förderung des Pflanzenwachstums sichern den langfristigen Erfolg. Bei guter Pflege kann ein etablierter Bestand über mehrere Jahre hohe Erträge liefern.

Pflege der Futterzichorie

Düngung und Wasserbedarf


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Die Futterzichorie benötigt eine ausgewogene Nährstoffversorgung für optimales Wachstum. Die Grunddüngung vor der Aussaat sollte folgende Mengen pro Hektar umfassen:

  • 60-80 kg Stickstoff
  • 60-70 kg Phosphor
  • 100-120 kg Kalium
  • 40-60 kg N/ha nach jedem Schnitt

Dank ihres tiefreichenden Wurzelsystems zeigt die Futterzichorie eine bemerkenswerte Trockentoleranz. Dennoch ist eine angemessene Wasserversorgung essenziell:

  • 20-30 mm Wasser pro Woche in Trockenperioden
  • besondere Aufmerksamkeit während der Keimungsphase
  • regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchte
  • Vermeidung von Staunässe

Schädlingsbekämpfung und Krankheitsprävention

Die häufigsten Schädlinge und Krankheiten bei Futterzichorie sind:

  • Blattläuse – besonders in warmen, trockenen Perioden
  • Blattraupen – gefährden junge Pflanzen
  • Schnecken – schädigen Jungpflanzen
  • Mehltau – tritt bei ungünstigen Bedingungen auf
  • verschiedene Blattfleckenkrankheiten

Präventive Maßnahmen für einen gesunden Bestand:

  • ausgewogene Fruchtfolge einhalten
  • resistente Sorten verwenden
  • optimale Standortbedingungen schaffen
  • angepasste Bestandsdichte für gute Luftzirkulation
  • regelmäßige Bestandskontrolle (mindestens alle 14 Tage)
  • umweltschonende Bekämpfungsmethoden bevorzugen

Verwendung der Futterzichorie

Die Futterzichorie hat sich als wertvolle Komponente in der modernen Landwirtschaft etabliert. Ihre prebiotischen Eigenschaften machen sie zu einem natürlichen Förderer der Tiergesundheit. Sowohl Blätter als auch Wurzeln eignen sich hervorragend als Viehfutter, wobei die Blätter mehrmals jährlich geerntet werden können und die nahrhaften Wurzeln typischerweise ab Oktober zur Verfügung stehen.

Ernte und Lagerung

Ernteaspekt Empfehlung
Blatternte – Zeitpunkt 60-70 Tage nach Aussaat
Schnitthöhe 5-7 cm über dem Boden
Schnittintervalle 30-40 Tage
Wurzelernte ab Oktober bis Bodenfrost
Lagertemperatur 0-4°C
Luftfeuchtigkeit 90-95%

Nutzung als Viehfutter

Die Futterzichorie bietet als Viehfutter zahlreiche Vorteile:

  • hoher Gehalt an Proteinen, Mineralien und Vitaminen in den Blättern
  • Inulin in den Wurzeln als natürliches Präbiotikum
  • appetitanregende Bitterstoffe für bessere Verdauung
  • flexible Einsatzmöglichkeiten: frisch, siliert oder getrocknet
  • optimaler Anteil in der Ration: 10-20% bei Milchvieh, bis 30% bei Fleischrindern und Schafen