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Bodenhaltung hühner: vorteile und herausforderungen der hühnerhaltung

Die artgerechte Haltung von Hühnern gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Bodenhaltung stellt dabei einen wichtigen Schritt in Richtung besserer Lebensbedingungen für Legehennen dar. Erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile diese Haltungsform bietet.

Was ist Bodenhaltung bei Hühnern?

Die Bodenhaltung ermöglicht Hühnern freie Bewegung in einem geschlossenen Stall, ohne Käfigbeschränkungen. Pro Quadratmeter dürfen maximal 9 Hühner gehalten werden, wobei ein einzelner Stall bis zu 6.000 Hühner beherbergen kann. Die Grundausstattung umfasst:

  • Sitzstangen (mindestens 18 cm pro Huhn)
  • Scharrflächen mit Einstreu
  • Spezielle Nistplätze
  • Futter- und Wasserstellen
  • Strukturierte Funktionsbereiche

Definition und Grundlagen der Bodenhaltung

In der Bodenhaltung leben die Hühner in einem strukturierten Stallsystem mit verschiedenen Funktionsbereichen:

  • Scharrraum mit Einstreu (Stroh oder Hobelspäne)
  • Kotgrube für bessere Hygiene
  • Erhöhte Bereiche zur optimalen Raumnutzung
  • Volierensysteme mit mehreren Ebenen
  • Ausreichend Platz für natürliches Verhalten

Unterschiede zur Käfighaltung und Freilandhaltung

Haltungsform Bewegungsfreiheit Außenzugang
Käfighaltung (verboten) Stark eingeschränkt Nein
Bodenhaltung Im Stall frei Nein
Freilandhaltung Im Stall und Außenbereich Ja (4m² pro Huhn)

Vorteile der Bodenhaltung für Hühner

Die Bodenhaltung bietet gegenüber der Käfighaltung wesentliche Verbesserungen für das Wohlbefinden der Tiere:

  • Freie Bewegungsmöglichkeit im Stall
  • Ausübung natürlicher Verhaltensweisen
  • Bessere Hygienebedingungen
  • Reduzierter Stress durch mehr Platz
  • Möglichkeit zu Sozialkontakten

Herausforderungen der Bodenhaltung

Trotz der Verbesserungen bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen:

  • Hohe Besatzdichte mit bis zu 9 Hühnern pro Quadratmeter
  • Erhöhtes Risiko für Verhaltensauffälligkeiten
  • Gefahr von Federpicken und Kannibalismus
  • Hygienische Herausforderungen durch enge Haltung
  • Erhöhtes Krankheitsrisiko
  • Fehlender Zugang zur Außenwelt

Verletzungsgefahr durch Kotgruben

Ein spezifisches Problem der Bodenhaltung sind die mit Gitterrosten abgedeckten Kotgruben. Diese Konstruktion birgt trotz ihrer hygienischen Funktion erhebliche Risiken:

  • Unzureichend große Trittflächen der Vergitterungen
  • Erhöhte Rutschgefahr für die empfindlichen Hühnerfüße
  • Besondere Gefährdung für junge und geschwächte Tiere
  • Risiko schmerzhafter Verletzungen durch Abrutschen

Die mangelnde regelmäßige Leerung der Kotgruben führt zu weiteren Problemen:

  • Bildung schädlicher Ammoniakgase
  • Permanente Belastung der Atemwege
  • Idealer Nährboden für Krankheitserreger
  • Erhöhtes Risiko für Parasitenbefall
  • Gesundheitsgefährdung des gesamten Bestands

Eierkennzeichnung und ihre Bedeutung

Kennziffer Haltungsform Besonderheiten
0 Ökologische Erzeugung Höchste Tierwohl-Standards
1 Freilandhaltung Mit Außenbereich
2 Bodenhaltung Bis zu 9 Tiere/m²

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Die Kennzeichnung ‚2‘ für Bodenhaltung vermittelt keine Details über tatsächliche Haltungsbedingungen wie Besatzdichte oder zusätzliche Tierwohl-Standards. Verbraucher, die Wert auf höhere Tierschutzstandards legen, sollten auf ergänzende Qualitäts- und Tierschutzsiegel achten oder Eier aus Freiland- bzw. ökologischer Haltung wählen.

Fütterung und Pflege in der Bodenhaltung

Die artgerechte Fütterung und Pflege ist in Bodenhaltungssystemen mit bis zu 6.000 Tieren eine besondere Herausforderung. Wesentliche Aspekte sind:

  • Strategische Anordnung der Futter- und Wasserstellen
  • Regelmäßige Versorgung mit frischer Einstreu
  • Bereitstellung von Beschäftigungsmaterialien
  • Vorbeugung von Verhaltensauffälligkeiten
  • Minimierung von Stress durch Gedränge

Futterbänder und Nippeltränken

Moderne Bodenhaltungssysteme nutzen automatisierte Futterbänder für die gleichmäßige Futterverteilung. Das Futter besteht aus einer ausgewogenen Mischung aus:

  • Getreide als Energiequelle
  • Proteine für die Eiproduktion
  • Essentielle Vitamine
  • Wichtige Mineralstoffe
  • Spezielle Legemehlzusätze

Die Wasserversorgung erfolgt über hygienische Nippeltränken, wobei pro 10 Hühner mindestens eine Tränke zur Verfügung stehen muss. Die korrekte Höheneinstellung der Tränken ist dabei entscheidend für die Gesundheit der Tiere.

Ständige Verfügbarkeit von Futter und Wasser

Die permanente Versorgung mit Futter und Wasser ist essentiell. Automatisierte Systeme gewährleisten:

  • 4-6 tägliche Futtergaben in regelmäßigen Abständen
  • Durchschnittlicher Wasserverbrauch von 250 ml pro Huhn/Tag
  • Notfallsysteme bei technischen Störungen
  • Regelmäßige Qualitätskontrollen
  • Kontinuierliche Verbrauchsüberwachung als Gesundheitsindikator

Vorgaben zur Stallausstattung

Die gesetzlichen Vorschriften zur Stallausstattung bei der Bodenhaltung basieren auf § 14 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Neben der abgedeckten Kotgrube muss mindestens ein Drittel der Bodenfläche als Scharrraum mit geeigneter Einstreu ausgestattet sein.

  • Sitzstangen – mindestens 15 cm Länge pro Huhn, erhöht angebracht für ungestörte Ruhezeiten
  • Nester – ein Nest pro sieben Legehennen oder bei Gruppennestern mindestens 120 cm² pro Huhn
  • Futtertröge – Kantenlänge von mindestens 10 cm pro Tier
  • Wasserversorgung – mindestens eine Nippeltränke für jeweils 10 Hühner
  • Einstreu – geeignete Materialien wie Stroh, Hobelspäne oder Sand für artgerechtes Scharren

Diese umfassenden Vorgaben sollen sicherstellen, dass die grundlegenden Bedürfnisse der Hühner trotz intensiver Nutzung berücksichtigt werden. Die Einstreu ermöglicht den Tieren das natürliche Scharr- und Pickverhalten, was für ihr Wohlbefinden essenziell ist.