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Fetotomie: Wann ist der Eingriff notwendig?

Die Fetotomie ist ein wichtiger veterinärmedizinischer Eingriff, der das Leben von Muttertieren in kritischen Geburtssituationen retten kann. Erfahren Sie hier, wann dieser Eingriff notwendig wird und welche Aspekte dabei zu beachten sind.

Was ist eine Fetotomie?

Die Fetotomie ist ein spezialisierter chirurgischer Eingriff in der Veterinärmedizin, der bei komplizierten Geburten durchgeführt wird. Dabei werden tote oder nicht lebensfähige Föten aus dem Muttertier entfernt, wenn eine natürliche Geburt nicht möglich ist. Dies geschieht durch die präzise Zerlegung des Fötus in kleinere Teile innerhalb der Gebärmutter.

Der Eingriff erfolgt mit einem speziellen Fetotomiedraht, der durch metallene Röhren geführt wird. Die Durchführung findet unter angemessener Anästhesie statt – bei kleineren Hunden unter Vollnarkose, bei größeren Tieren oft mittels Epiduralanästhesie.

Definition und Zweck der Fetotomie

Im veterinärmedizinischen Kontext dient die Fetotomie der gezielten Zerteilung und Entfernung eines toten oder nicht lebensfähigen Fötus aus dem Geburtskanal. Der Eingriff wird ausschließlich durchgeführt, wenn der Fötus bereits verstorben ist oder keine Überlebenschance hat.

  • Gründliche Untersuchung der Gebärmutter auf weitere Föten
  • Überprüfung des vollständigen Abgangs der Eihäute
  • Sorgfältige Kontrolle des Geburtswegs auf Verletzungen
  • Vermeidung von Folgeinfektionen
  • Überwachung möglicher innerer Blutungen

Unterschiede zur Embryotomie

Fetotomie Embryotomie
Fortgeschrittenes Entwicklungsstadium Frühes Entwicklungsstadium
Ausgeprägte Knochenstruktur Noch keine feste Knochenstruktur
Komplexere Durchführung Einfachere Durchführung
Höheres Verletzungsrisiko Geringeres Verletzungsrisiko

Wann ist eine Fetotomie notwendig?

Eine Fetotomie wird erforderlich, wenn ein Fötus im Geburtskanal verstorben ist oder keine Überlebenschancen hat und eine natürliche Geburt nicht möglich ist. Der Eingriff dient primär der Rettung des Muttertieres bei schwerwiegenden Geburtskomplikationen.

Indikationen für den Eingriff

  • Fehlende Wehen über längeren Zeitraum
  • Im Geburtskanal steckender toter Fötus
  • Unverhältnismäßig große Feten
  • Fehlstellungen des Fötus
  • Starke Schmerzen beim Muttertier
  • Grünlicher oder blutig-eitriger Ausfluss

Risiken und Komplikationen

  • Entwicklung einer Sepsis
  • Verletzungen des Geburtskanals
  • Uterusperforation
  • Postoperative Infektionen
  • Metritis (Gebärmutterentzündung)
  • Peritonitis (Bauchfellentzündung)

Der Ablauf einer Fetotomie

Der Eingriff erfolgt unter sorgfältiger Planung und präziser Durchführung. Zunächst wird die Wehentätigkeit medikamentös unterbrochen, um optimale Operationsbedingungen zu schaffen. Der Fetotomdraht wird durch metallene Röhren geführt, um einzelne Körperteile des verstorbenen Fötus kontrolliert abzutrennen.

Die Wahl der Anästhesie richtet sich nach der Größe des Muttertieres – von der Vollnarkose bei kleineren Hunden bis zur Epiduralanästhesie bei größeren Tieren. Nach dem Eingriff ist eine engmaschige Überwachung und entsprechende Nachsorge unerlässlich.

Verwendete Instrumente und Techniken


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Bei einer Fetotomie kommt ein spezialisiertes Instrumentarium zum Einsatz. Das namensgebende Fetotom besteht aus einem robusten, flexiblen Draht, der durch metallene Führungshülsen geleitet wird. Dieser Draht wird behutsam um den zu trennenden Körperteil des Fötus positioniert und in einer sägenden Bewegung geführt. Die metallenen Röhren schützen dabei das Gewebe des Muttertieres vor Verletzungen.

  • Geburtshaken für sicheres Greifen
  • Spreizer zur Erweiterung des Zugangs
  • Spezielle Greifinstrumente
  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall)
  • Führungshülsen zum Gewebeschutz

Anästhesie und Nachbehandlung

Anästhesieart Anwendung
Vollnarkose Bevorzugt bei kleinen Hunden
Epiduralanästhesie Geeignet für größere Tiere

Die Nachbehandlung ist besonders kritisch, da bei komplizierten Geburtsverläufen mit toten Föten ein erhöhtes Sepsis-Risiko besteht. Standardmäßig wird eine antibiotische Therapie verordnet. Die intensive Überwachung umfasst:

  • Regelmäßige Kontrolle des Allgemeinzustands
  • Monitoring der Körpertemperatur
  • Beobachtung des Vaginalausflusses
  • Früherkennung von Infektionszeichen
  • Anpassung der Medikation bei Bedarf

Kosten und Versicherung

Die Kosten einer Fetotomie variieren zwischen 100 und 500 Euro, abhängig von Komplexität, Standort und Nachsorgebedarf. Der Preis umfasst die Anästhesie, den operativen Eingriff und die unmittelbare postoperative Versorgung. Eine Tierversicherung kann diese finanziellen Belastungen erheblich reduzieren, besonders bei trächtigen Hündinnen.

Kostenfaktoren und Preisrahmen

  • Grundlegende tierärztliche Untersuchung
  • Anästhesie und Operationskosten
  • Voruntersuchungen (Röntgen, Ultraschall)
  • Antibiotische Nachbehandlung
  • Kontrolluntersuchungen
  • Eventuelle Komplikationsbehandlung

Versicherungsmöglichkeiten

Eine Hunde-OP-Versicherung ist bereits ab 12,64 Euro monatlich erhältlich und bietet gezielten Schutz für operative Eingriffe. Alternativ bieten umfassende Tierkrankenversicherungen einen breiteren Schutz.

  • Prüfung der Deckungssumme
  • Beachtung möglicher Selbstbeteiligungen
  • Berücksichtigung von Wartezeiten
  • Überprüfung spezifischer Ausschlüsse
  • Rechtzeitiger Abschluss vor der Zucht

Alternativen zur Fetotomie

Bei Geburtskomplikationen stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Die Wahl der geeigneten Methode basiert auf dem Zustand des Fötus und des Muttertieres. Während die Fetotomie bei toten Föten angewendet wird, ist der Kaiserschnitt die bevorzugte Option bei lebenden Jungtieren. In manchen Fällen kann auch eine konservative Behandlung mit geburtsunterstützenden Medikamenten ausreichend sein.

Teil-Fetotomie und Total-Fetotomie

Art der Fetotomie Anwendung und Merkmale
Teil-Fetotomie Entfernung spezifischer Körperteile des verstorbenen Fötus, die die Geburt behindern (z.B. zu großer Kopf)
Total-Fetotomie Vollständige Zerlegung des Fötus bei komplexen Geburtsstörungen

Die Teil-Fetotomie bietet gegenüber der Total-Fetotomie oder einem Kaiserschnitt erhebliche wirtschaftliche Vorteile, sofern das Jungtier bereits verstorben ist. Diese Methode findet besonders in der Großtiermedizin Anwendung, wird aber auch bei Hunden eingesetzt, wenn die anatomischen Verhältnisse es zulassen und das Risiko für das Muttertier minimiert werden kann.

Vergleich mit dem Kaiserschnitt

  • Fetotomie – ausschließlich bei toten oder nicht lebensfähigen Föten
  • Kaiserschnitt – Methode der Wahl bei lebenden Jungtieren
  • Geringere Belastung durch Fetotomie – keine chirurgische Öffnung der Bauchhöhle
  • Verkürzte Genesungszeit bei Fetotomie
  • Reduziertes Infektionsrisiko ohne Bauchschnitt

Die Wahl zwischen beiden Methoden erfordert eine sorgfältige Abwägung unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren: Zustand von Mutter und Föten, Erfahrung des Tierarztes sowie die verfügbare technische Ausstattung. Während die Fetotomie weniger invasiv ist, birgt sie spezifische Risiken wie Verletzungen des Geburtskanals. Der Kaiserschnitt ermöglicht dagegen eine bessere Übersicht und kontrolliertes chirurgisches Vorgehen, besonders bei mehreren Föten oder komplexen anatomischen Verhältnissen.