Mareksche Krankheit: Symptome, Ursachen und Behandlung
Die Mareksche Krankheit stellt eine der bedeutendsten Bedrohungen für Hühnerbestände dar. Geflügelhalter sollten die Symptome frühzeitig erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen, um ihre Tiere vor dieser gefährlichen Viruserkrankung zu schützen.
Was ist die Mareksche Krankheit?
Die Mareksche Krankheit ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die hauptsächlich Hühner und andere Hühnervögel befällt. Das verursachende Herpesvirus führt zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen, insbesondere zur Tumorbildung in verschiedenen Organen und Lähmungserscheinungen.
In der Geflügelhaltung erweist sich diese Erkrankung als besonders problematisch, da sie:
- sich rasch in Beständen ausbreitet
- eine hohe Sterblichkeitsrate aufweist
- über lange Zeit in der Umgebung überleben kann
- schwer zu bekämpfen ist
- eine erhebliche wirtschaftliche Bedrohung darstellt
Geschichte und Entdeckung der Marekschen Krankheit
Die Krankheit wurde nach Professor Dr. Josef Marek (1868-1952) benannt, der sie 1907 erstmals als eigenständiges Krankheitsbild bei Hühnern beschrieb. Ursprünglich als „Hühnerlähmung“ oder „Neurolymphomatose“ bekannt, wurde der verursachende Erreger erst in den 1960er Jahren als Herpesvirus identifiziert. Ein bedeutender Durchbruch gelang 1970 mit der Einführung des ersten wirksamen Impfstoffs.
Übertragung und Verbreitung
Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch:
- Inhalation virushaltiger Partikel im Stallstaub
- Abgestoßene Federfollkelzellen infizierter Hühner
- Kontaminiertes Futter oder Wasser
- Verunreinigte Gerätschaften und Kleidung des Pflegepersonals
Besonders bemerkenswert ist die extreme Widerstandsfähigkeit des Virus, das bis zu einem Jahr oder länger in der Umgebung überleben kann. Eine vertikale Übertragung von der Henne auf das Küken über das Ei findet nicht statt, jedoch können Küken sich direkt nach dem Schlupf infizieren.
Symptome der Marekschen Krankheit
Die charakteristischen Symptome umfassen:
- Bewegungsstörungen (Humpeln, Hinken, Lähmungen)
- Unkoordinierte Bewegungen
- Gewichtsverlust und allgemeine Schwäche
- Stumpfes und struppiges Gefieder
- Tumorbildungen in verschiedenen Organen
- Sehstörungen bis hin zur Erblindung
Klinische Anzeichen und Krankheitsverlauf
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Der Krankheitsverlauf beginnt schleichend mit subtilen Anzeichen wie leichten Gangveränderungen. Mit fortschreitender Erkrankung entwickeln die Hühner einen charakteristischen parademarschähnlichen Gang und Balanceprobleme. Die Symptome treten meist asymmetrisch auf, wobei ein Bein oder Flügel stärker betroffen sein kann.
Unterschiedliche Formen der Krankheit
| Form | Hauptmerkmale | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Klassische/Neurale Form | Verdickungen des Ischiasnervs | 10% Sterblichkeitsrate, betrifft periphere Nerven |
| Akute Form | Tumorbildung in verschiedenen Organen | Besonders gefährlich für junge Küken |
| Okuläre Form | Befall des Sehnervs | Führt zur Erblindung, häufiger bei älteren Hühnern |
| Eingeweideform | Geschwulstartige Knoten in Organen | Betrifft Leber, Milz, Nieren und Gonaden |
Ursachen und Risikofaktoren
Die Mareksche Krankheit wird durch ein hochgradig ansteckendes Herpesvirus verursacht. Die Übertragung erfolgt sowohl durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren als auch durch virushaltige Partikel in der Umgebung. Das Virus zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit aus und kann monatelang in Stallstaub und auf Oberflächen aktiv bleiben.
Für den Krankheitsverlauf sind folgende Faktoren entscheidend:
- Immunstatus des einzelnen Tieres
- Vorherige Exposition gegenüber dem Virus
- Genetische Veranlagung
- Alter des Huhns
- Allgemeiner Gesundheitszustand
Rolle der Herpesviren
Das Gallid-Herpesvirus 2 (GaHV-2) ist der spezifische Erreger der Marekschen Krankheit. Dieses zur Familie der Herpesviridae gehörende Virus ist auf Hühner spezialisiert und verbreitet sich hauptsächlich über die Atemwege durch virushaltige Partikel.
| Virusstämme | Auswirkungen |
|---|---|
| Schwach-virulent | Milde Symptome, kann partiellen Schutz bieten |
| Hochpathogen | Schwere Erkrankungen, häufige Lymphombildung |
Bedeutung der Hygiene im Hühnerstall
Eine effektive Hygienestrategie ist fundamental für die Bekämpfung der Marekschen Krankheit. Das Virus kann in der Umgebung lange überdauern, weshalb regelmäßige Reinigung und Desinfektion unerlässlich sind.
- Gründliche Entfernung von Staub und Federpartikeln
- Einsatz spezieller Desinfektionsmittel gegen Herpesviren
- Quarantänezeit von mindestens 30 Tagen für Neuzugänge
- Trennung verschiedener Altersgruppen
- Verwendung von Schutzkleidung beim Stallzutritt
- Kontrolle von Besuchern und Hygieneschleusen
